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Heute aktualisiert mit 15.584 echten Preisen aus 28 Ländern Neu im Ratgeber: Betrügerische Käufer erkennen, wenn Sie Ihren Traktor verkaufen
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8 Minuten Lesezeit Von der Redaktion von traktorpreis.de

Ältere Fendt-Traktoren: neue Funktionen per Update

Wer einen Fendt Vario von vor ein paar Jahren im Hof stehen hat, muss für einige neue Funktionen nicht gleich einen neuen Traktor bestellen. Fendt hat am 3. September 2026 ein Paket an Software-Neuerungen angekündigt, das auch bereits ausgelieferte Maschinen erreicht. agrarheute hat die Details einen Tag später sortiert – samt der entscheidenden Frage, wo ein Update genügt und wo der Schlepper in die Werkstatt muss.

Es geht um drei Bereiche: einen erweiterten Anhängerbremsassistenten, einen neuen Fahrmodus namens TMS Flex sowie Änderungen bei Spurführung und Vorgewendemanagement, die teilweise schon seit dem Update vom Juni 2026 auf den Maschinen sind. Die Mitteilung von Fendt nennt zu jeder Funktion die passenden Baureihen – Preise nennt sie nicht.

Anhängerbremse lässt sich jetzt vorausschauend bedienen

Der Trailer Brake Assistant (TBA) ist seit 2022 im 700 Vario Gen7 verbaut und stabilisiert einen druckluftgebremsten Anhänger, sobald Sensoren registrieren, dass dieser den Traktor vor sich herschiebt. Ausgelegt ist die Regelung auf bis zu 25 Kilometer pro Stunde, und bislang griff sie ausschließlich selbsttätig ein.

Neu ist, dass der Fahrer die Anhängerbremse selbst ansteuern kann, etwa kurz vor einer engen Kurve oder am Beginn einer langen Abfahrt. Auf einer frei belegbaren Taste liegt ein fester Bremsdruck von 1,6 bar. Wer feiner dosieren will, legt die Funktion auf eine Wippe an der Armlehne oder auf den 3L-Joystick; dann steigt der Bremsdruck proportional bis auf 4,4 bar. Fendt führt als Beispiel den Transport eines Baggers auf dem Tieflader über eine kurvige Strecke an: Die Anhängerbremsen bleiben kühler, als wenn der Fahrer die gesamte Strecke auf der Betriebsbremse hängt.

Die Erweiterung gilt für 300 Vario Gen5, 500 Vario Gen4, 600 Vario, 700 Vario Gen7.1 und 800 Vario Gen5. Ist bereits ein TBA verbaut, kommt die neue Bedienung laut Hersteller automatisch per Softwareupdate dazu – zusätzliche Hardware ist dafür nicht nötig.

TMS Flex kostet einen Werkstatttermin

Seit Juli 2026 stattet Fendt alle Radtraktoren serienmäßig mit der neuen Generation des Traktor-Management-Systems aus. Im Modus TMS Flex sind Fahrpedal und Fahrhebel gleichzeitig aktiv und können sich gegenseitig übersteuern: auf der Straße mit dem Pedal fahren, beim Parallelfahren neben dem Häcksler die Geschwindigkeit über den Hebel nachführen. Motordrehzahl und Übersetzung werden dabei automatisch auf niedrigen Verbrauch geregelt.

Für früher gebaute Varios lässt sich TMS Flex nachrüsten, und dafür reicht keine Softwarezeile. Der Umrüstsatz läuft über AGCO Parts und umfasst einen neuen Multifunktionsjoystick mit zusätzlicher Taste für TMS Flex, neue Fahrzeugsoftware und den Umbau in der Werkstatt. Die Liste der geeigneten Baureihen ist lang: 200 VFP Vario Gen3 und 200 Vario Gen3, 300 Vario Gen4, 500 Vario Gen4, 600 Vario, 700 Vario Gen7, 800 Vario Gen5, 900 Vario Gen6 und 1000 Vario Gen2.

Vorgewendelinien, Spurmuster und ein AEF-Zertifikat

Die dritte Gruppe von Neuerungen betrifft die Spurführung. Seit dem Update vom Juni 2026 lassen sich mehrere Vorgewendelinien je Fläche und je Hindernis speichern und verwalten. Wer mit Grubber, Sämaschine und Feldspritze in unterschiedlichen Arbeitsbreiten unterwegs ist, muss dadurch keine bestehende Linie mehr überschreiben.

Dazu kommt die Funktion Spurlinien-Muster, die mit ungleichen Abständen zwischen den Spuren rechnet. Gedacht ist sie für Kulturen, in denen Logistik- und Erntewege oder Beregnungsleitungen zwischen den Reihen liegen, etwa bei Erdbeeren und im Feldgemüsebau. Tramline Control plant außerdem nun auch mit halber Arbeitsbreite – hilfreich, wenn Sämaschine und Feldspritze nicht zusammenpassen. Mit dieser Erweiterung erfüllt Fendt nach eigenen Angaben als einer der ersten Hersteller die TRACK-Zertifizierung nach AEF-Standard; die Parameter lassen sich direkt am Traktor einstellen.

Ohne Händler geht es nicht

Praktischer Punkt: FendtONE-Updates kann der Betrieb nicht selbst aufspielen, das übernimmt der Händler. Die Software an sich ist laut Fendt kostenlos, für die Installation können jedoch Kosten anfallen, und einzelne Funktionen können zusätzlich kostenpflichtig sein. Damit geht Fendt einen anderen Weg als John Deere, wo Updates bei einem Teil der Maschinen drahtlos über das Display eingespielt werden – auch dort ist je nach Maschine mitunter der Händler nötig, stellt agrarheute fest.

Für den Betrieb bedeutet das eine zusätzliche Frage bei der Wartung: Ist eigentlich die aktuelle Softwareversion drauf? Ein Traktor, der seit zwei Jahren nicht mehr für ein Update beim Händler war, hinkt einer sonst baugleichen Maschine inzwischen um einige Funktionen hinterher.

Was das mit dem Gebrauchtwert macht

Für den Gebrauchtmarkt ist das eine weniger harmlose Geschichte, als es zunächst klingt. Bislang war das Baujahr ein recht verlässlicher Anhaltspunkt dafür, was ein Traktor kann. Mit Updates, die Funktionen ergänzen, und Umrüstsätzen, die Hardware tauschen, löst sich dieser Zusammenhang: Zwei 700 Vario aus demselben Jahr können sich künftig in Bedienung, Bremsverhalten und Spurführungsoptionen unterscheiden.

Das wirkt in beide Richtungen. Ein älterer Vario, der technisch mitzieht, verliert weniger schnell den Anschluss an eine neue Maschine – jenes Muster, das sich auch in der Preisentwicklung nach Baujahr zeigt, wo vor allem die ältesten Jahrgänge nachgeben. Gleichzeitig wird die Bewertung aufwendiger, weil die Ausstattung nicht mehr vollständig aus Typ und Baujahr folgt. Wer einen Fendt bewerten lassen will, sollte durchgeführte Updates und Nachrüstungen schriftlich vorliegen haben.

Ob sich ein Umrüstsatz beim Verkauf rechnet, steht auf einem anderen Blatt. Bei Ausstattungspaketen kommt der Mehrpreis beim Wiederverkauf in aller Regel nur teilweise zurück. Ein Satz, der die Bedienung näher an eine aktuelle Maschine heranführt, verkleinert vor allem den Abstand im Inserat; ein höherer Angebotspreis ergibt sich daraus nicht automatisch. Eine Wertermittlung liefert dazu eine genauere Antwort als jede Faustregel.

Autonomie bleibt vorerst außerhalb Europas

Das Autonomie-Basispaket aus derselben Mitteilung gibt es nur für Kunden in den USA, Kanada und Australien. Es enthält die Schnittstelle, über die etwa der Nachrüstsatz OutRun von PTx arbeiten kann, derzeit für Überladewagen und Bodenbearbeitung. Für Deutschland und das übrige Europa nennt Fendt bislang keinen Starttermin.

Worauf Käufer achten sollten

  • Beim Händler eine Übersicht der installierten Softwareversion und das Datum des letzten Updates anfordern.
  • Prüfen, ob beworbene Funktionen tatsächlich freigeschaltet sind und nach dem Verkauf an der Maschine bleiben.
  • Bei einer angepriesenen Nachrüstung klären, ob es um Software oder um getauschte Hardware geht; der Unterschied steht auf der Rechnung.
  • Beim Umrüstsatz die Werkstattstunden mitrechnen, nicht nur den Teilepreis.

Fendt verkauft die Updates als Teil einer langen Lebensdauer, und das ist mehr als ein Werbeargument: Ein Traktor, der nach sechs Jahren noch Funktionen dazubekommt, bleibt länger gängig. Die Kehrseite ist, dass sich der Zustand einer gebrauchten Maschine immer weniger von außen ablesen lässt. Neben dem Serviceheft zählt künftig auch das Update-Protokoll.

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